Vogelfreiheit

Wenn ich ein Vöglein wär …
Ja, so erzählt man sich
… wär‘ vieles halb so schwer
und daran glaubte auch ich!

Hart ist das Leben ja schon
anstrengend, ungerecht
Herrscht oft ein rauer Ton
Viele zu mir sind schlecht

Seh‘ ich zum Himmel hinauf
und an den Bäumen empor
nehmen Gedanken ihr‘n Lauf
Kommt mir dies viel leichter vor

Frei wie ein Vogel zu sein
wär‘ das nicht angenehm?
Ich nähm‘ es zögerlos an
ließ alles liegen und steh‘n

Die größte Herausforderung
scheint mir, wär‘ mich zu befrei’n
aus der Umklammerung
der Wand meines schützenden Ei

Ich nähm‘ meine ganze Kraft
und legt‘ sie in einen Schlag
sodass diese Schale gäb‘ nach
und ich mich befreien mag

Meine Brüder und Schwestern
sie erwarten mich schon
sie piepen begeistert
Das scheint mein gerechter Lohn

Die Mutter kehrt zu uns
zurück von der Jagd
Trägt Futter bei sich für uns
Ob das auch schmecken mag?

Der Hunger treibt’s rein
Und ich brauche die Kraft
Denn wie mir bald scheint
Ist es lang nicht geschafft

Die Mutter piept uns an
und ich versteh jedes Wort
wir können nicht bleiben
am heimeligen Ort

Einen nach dem and’ren
Stößt Mutter aus dem Neste
Zwei meiner Brüder
Und auch eine Schwester

Ich sehe sie fallen!
Wie soll das gelingen?
Doch geschieht es bei allen
sie breiten die Schwingen

Sie drehen zwei Runden
sie piepen vergnügt
und segeln gelungen
wie ein Vogel gern fliegt

Noch leicht unbeholfen
Doch sicher und stet
landen sie im goldenen
Laub auf dem Weg

Nun bin ich an der Reih‘
das kann ich schon spüren
die Mutter eilt herbei
mich an den Nestrand zu führen

Es widerstrebt mir
doch werd’ ich kaum gefragt
Ein letzter Blick von ihr
dann stößt sie mich hinab

Für einen klein‘n Moment
fühl ich mich vogelfrei
Doch fliegt mit großer Eile
der Boden mir herbei

Ich stürze und ich falle
hinab und fürchte mich
Und wenn ich es nicht schaffe
so sterb‘ ich jämmerlich

„So breite deine Flügel“ aus
das piepen sie mir zu
Doch packt mich doch zu sehr die Angst
S’gelingt mir nicht im Nu

Nur wenige Momente
dann ist’s um mich gescheh’n
Es war nicht mein Talente
die Welt von oben zu sehen

Gerade als ich glaube
mit mir ist es nun aus
taucht gleich vor meinem Auge
die Mutter rettend auf

Noch einmal kam sie, mir zu dienen,
mich zu retten in der Not
Doch lerne ich nicht bald zu fliegen
so bin ich doch bald tot

Nun bin ich aber gar kein Vöglein
bin immer noch ein Mann
Und fühle mich nicht mehr so klein
wie eben noch getan

Ich steh‘ vorm Baume, schau ihn an
da geht mir auf ein Licht!
Stell allerhand Vergleiche an
so schlecht ist doch mein Dasein nicht

Das ist’s, ich nenn‘ es: Vogelfreiheit!
Denn was sind meine Sorgen?
Ich fühle mich befreit
und geh zufrieden in den Morgen

 

© 2017, Daniel Möller

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Der Newsletter im Oktober

Willkommen zum Newsletter im Oktober

Brrr ist das teilweise kalt geworden! Da hilft wohl nur eins: Ab aufs Sofa, eingekuschelt, Tee, Kaffee und ein gutes Buch 😉 Und zur Abwechslung meine News des Monats!

 

Was gibt es Neues?

Diesen Monat mit einer Woche Verspätung, aber dafür mit etwas Besonderem: Ich habe eine neue Kurzgeschichte verfasst, und wer bekommt sie als Erstes zu Gesicht? Na, Du natürlich! Ich bin gespannt, wie sie Dir gefällt, und freue mich natürlich auch über ehrliches Feedback.
Du findest meine Geschichte „Nur die halbe Wahrheit“ hier:

https://wortereich.wordpress.com/nur-die-halbe-wahrheit/

 

Termine

Aktuell freue ich mich sehr auf den Besuch der:
25./26.11.2017 – BUCHBERLIN im Estrel Congress & Messe Center (12057 Berlin)

 

Zu guter letzt …

… einmal mehr: Herzlichen Dank fürs Lesen und dabei sein!
Wenn Dir der Newsletter gefallen hat – dann empfiehl‘ ihn ruhig weiter! 🙂 Gleiches gilt für meine Kurzgeschichte. Druck sie ruhig aus, und gib sie einem netten Menschen, dem sie gefallen könnte 😉

 

Beste Grüße
Daniel Möller